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Elisabeth 20.12.2009; 14.30 Uhr, Frankfurt

 

So wie man denkt und es sich wünscht so kommt es nie - oder Elisabeth, 20.12.2009, 14.30 Uhr

So wie man denkt und es sich wünscht – so kommt es nie

Endlich wieder ein Musicalbesuch, endlich wieder Elisabeth. Ich freute mich schon lange auf den 20. Dezember. Ich freute mich auch noch, als ich las, dass Annemieke am Sonntag off sein würde. Und ich freute mich erst recht, als ich las, dass wenigstens Oli den Tod spielen würde.

Aber tja so wie man es sich wünscht….

Aber von vorne.
Sonntag fuhren wir so kurz nach 10 etwa los und kamen kurz vor halb eins in Frankfurt an. Navi schickte uns zwar durch eine Seitenstraße, die Alte Oper fanden wir dann trotzdem relativ schnell. Als wir aus dem Parkhaus kamen dann erstmal Überraschung: die war ja total eingepackt auf der Vorderseite und eine Eisbahn gab es auch nicht. Schade.
Wir sind dann rein in die Oper und standen eine Weile rum. Meine Eltern haben auf meine Halbschwester gewartet, mit der sie verabredet waren und ich konnte noch nicht rein. Während des Wartens kamen immer mehr Eltern mit kleinen Kindern. Da hab ich mich schon gefragt, was die denn alle in Elisabeth wollen. (Später stellte sich raus, dass die meisten davon in der parallel laufenden "Der Nussknacker" Vorstellung waren)
Irgendwann bin ich dann doch rein, nachdem ich meinen Eltern noch meinen Mantel in die Hand gedrückt hatte. Ich bin dann erstmal zum Verkaufstand – Programmheft kaufen. Mit Besetzungsliste. Erster Blick darauf: Elisabeth : Stephanie Sturm – okay, Tod: Carl van Wegberg! Oh! Kein Olli!
Ich hab dann erstmal mein Handy gezückt – ich musste mich an diesen Text von wegen Musicalkrankheit erinnern – um jemanden mitzuteilen, dass ich Carl als Tod habe. Da sah ich dann: SMS von Tatjana. Ja, jetzt wusste ich auch, dass Carl den Tod spielt.

Ich finde die Alte Oper sehr hübsch, aber auch sehr groß. Ich finde man kann sich gut verlaufen, weil man irgendwie mit links und rechts durcheinander kommen kann. Der Saal an sich ist sehr groß. Ich saß Reihe 11, links, Platz 4. Weiter hinten hätte ich allerdings nicht sitzen wollen, die Plätze steigen erst ganz weit hinten an. Zuerst war jeweils der Platz links, als auch rechts neben mir frei, aber bald kam der Mann, der rechts von mir saß. Der links neben mir kam zu spät und war im zweiten Akt dann gar nicht mehr da. Außerdem saß ich genau neben der Tür und neben der Türenschließerin, die während der Vorstellung drinne saß! Die haben eben doch einen coolen Job.

So, hier erst mal die volle Besetzung:

Elisabeth: Stephanie Sturm
Der Tod: Carl van Wegberg
Luigi Lucheni: Bruno Grassini
Kaiser Franz- Joseph: Markus Pol
Erzherzogin Sophie: Christa Wettstein
Herzog May: Thomas Bayer
Kronprinz Rudolf: Thomas Hohler
Ludovika/ Frau Wolf: Susanna Panzner
Rudolf als Kind: Valentin Teufel

Ensemble Damen: Nadine Gabriel, Esther Hehl, Cornelia Uttinger, Claudia Wendrinsky, Claudie Reinhard, Angela Hunkeier, Lieselot Meurisse, Alice Macura

Ensemble Herren: Martin Rönnebeck, Lars Rindelaub, Guido Gottenbos, Stefan Stara, Patrick Stamme, Stuart Sumner, Roel Bakkum, Martin Markert

Musikalische Leitung: Hauke Wendt

Und dann ging es los. Während des Prologs hab ich mich erstmal gefreut, dass ich wieder in Elisabeth saß. Ich muss zugeben, ich hab die ganze Zeit trotzdem noch gehofft, dass Oli statt Carl da die Feile runter kommt. Ich denke Tatjana und Bibbsch ging es genauso, nur anders rum. Bei „Alle Fragen sind gestellt“ hatte ich das Bedürfnis mitzusingen. Es war so genial, das Ensemble war so hammergut. Carls „Der letzte Tanz“ war toll, vor allem das Ende. Ich hab auch öfter mal Stephanie beobachtet, sie hat ihre Sisi ziemlich unruhig gespielt. Ich bewundere außerdem den Franz-darsteller, er muss so ewig lange still stehen. Eine meiner Lieblingsstellen ist „Elisabeth, sei nicht verzweifelt“, aber leider finde ich es, wie auch in Berlin, etwas dumm, dass Elisabeth „Geeh!“ singt, wenn der Tod schon längst rausgefahren ist. "Milch" war das Highlight des ersten Aktes! Ich liebe Milch, ich liebe diese Power und ich liebe, wie sie ihre Milchkannen auf den Boden donnern!!

In der Pause hab ich aus dem Fenster gesehen und sah- Schnee! Überall!

Melly hat geschrieben, dass sie TdV-geschädigt ist, so von wegen Darsteller kommen durch den Zuschauerraum. Ich war immer noch Cats-geschädigt, obwohl ich weiß, dass bei Elisabeth eigentlich niemand kommt. Aber bei „Kitsch“ hab ich dann trotzdem mal die Tür zu meiner Linken im Auge behalten, bis ich Bruno hab singen hören. Es hat sehr viel Spaß gemacht, Bruno bei „Kitsch“ zuzuschauen. Bei „Eljen“ hab ich mich gewundert, steht der Tod da nicht auch schon auf dem Adler? „Wenn ich tanzen will“ hätte meiner Meinung nach noch mehr Power haben können. Bei „Mama, wo bist du“ liebe ich besonders die Interaktion von Tod und Rudolf und Carl hat hier auch sehr süß gespielt. „Nichts, nichts, gar nichts“ war dann ein weiteres Highlight!
Und das nächste Highlight war „Nur kein Genieren“ ! Sie haben ja im Vergleich zu Berlin das leicht geändert, oder gab es da dieses lila Sofa auch schon? Jedenfalls haben Susanna und Bruno so cool miteinander gespielt und geflirtet, inklusive Nasreiben. Und Susanna hat Bruno in die Hand geäschert.
Ich liebe es ja wenn der Arzt kommt, also bei „Maladie“. Carl hat die Kette gefangen, was aber auch einfacher war, denn er war irgendwie viel näher dran. Bei „Nie kommt sie zur Ruhe“ hab ich mich wieder über das Ensemble gefreut, das so toll gesungen hat. Ich wusste nicht, dass Lucheni Rudolf bei den Schatten zum Tod schubst, aber es hat mir gefallen. Und die Schatten waren das nächste Highlight. So toll!
“An Deck der sinkenden Welt“ (liebe ich übrigens auch) war auch wieder genial. Ich finde es total gut, dass der Tod und Franz beide auf der Feile stehen. Carl hat auch schön genervt geschaut, als er Franz gesehen hat. Und wieder dieses tolle Zusammenspiel von Tod und Lucheni.
Bruno hat die Feile gefangen. Schade aber, dass er danach erstmal von der Bühne ist. Er ist dann ja gleich darauf bei „Was wollten sie in Genf….“ wieder aufgetaucht um dann wieder zu verschwinden und gleich darauf, auf der Feile zu erscheinen und Elisabeth die Feile in die Brust (oder eher in den Bauch) zu rammen. Beim „Sie stirbt!“- Ausruf hab ich „Och nein, noch nicht!“ gedacht. Ich wollte noch nicht, dass es schon wieder zu Ende ist. 
 „Der Schleier fällt“ war einfach schön. Und Carl hat, als er Elisabeth hingelegt hat, noch so lange und so süß ihre Hand gehalten.
Es standen soo wenig Leute beim Schlussapplaus, aber ich bin bei Markus Pol/ Bruno Grassini aufgestanden. Das musste einfach sein.

Zu den Darstellern


Elisabeth: Stephanie Sturm
Erst einmal muss ich sagen, dass sie leider gar nicht wie eine Elisabeth aussieht, finde ich. Sie hat mich eher an die Helene auf der Elisabeth- DVD erinnert. Gesanglich fand ich sie gut, ihre Stimme ist eher klassisch. Bei „Ich gehör nur mir“ hat sie aber nicht den ganz hohen Ton gesungen. Ihr Lied war sowieso „Nichts, nichts, gar nichts“ das war so ergreifend und richtig gut gesungen. Aber irgendwie hab ich nicht hauptsächlich auf sie geachtet, obwohl sie ja die Hauptrolle ist.

Der Tod: Carl van Wegberg
Auch nicht den Tod, den ich sehen wollte, aber ich wollte Carl eine Chance geben. Und er hat sie nicht vertan. Gesanglich war er toll, seine Stimme ist schön rockig. Und auch schauspielerisch hat er mir gefallen. Er war majestätisch und ja, ich mag ihn. Ich hab ihn gleich mal gegooglet und geyoutubet, hab aber nicht viel gefunden. Ach ja, erstaunlicherweise hat er mir sogar in seinem weißen Outfit besser gefallen.

Luigi Lucheni: Bruno Grassini
Ach Lucheni! Ich mag Bruno und ich hab mich auch immer gefreut, wenn er auf die Bühne kam. Da hab ich mich immer Zuhause gefühlt.  Trotzdem mag ich Bruno’s Gesang an manchen Stellen nicht oder besser gesagt, ich wünschte mir, er würde Töne länger aussingen, wie z.B. „Un grande amore“ das könnte er so genial machen. Bruno hat auch sehr toll mit Carl als Tod agiert, das war echt nach meinem Geschmack (und mir ist das ja schon wichtig )
Gestern war er auch sehr gut drauf, so kam es mir vor, beim Schlussapplaus ist er richtig rumgehüpft.
Also er hat mir wesentlich besser gefallen, als letztes Mal.

Franz- Joseph: Markus Pol
Hm, Franz geht eigentlich immer an mir vorbei bis zu der Stelle bei der Totenklage, bei dem er Sisi die Hand reicht und sie ihn abweist. Da hab ich immer voll Mitleid mit ihm.

Rudolf: Thomas Hohler
Er hat mir auch gut gefallen. Das einzige, was mich gestört hat, war, dass er „Mutter“ und nicht „Mama“ gesagt hat. „Mama“ ist viel ergreifender.

Sophie: Christa Wettstein
Ich mag ihre Stimme immer noch nicht. Aber sonst so, fand ich sie ganz gut. Sophie muss man ja jetzt auch nicht so mögen.
„Vorbild“ hat sich diesmal übrigens wirklich wie „Vorbild“ und nicht wie „Pony“ angehört. Schade!

Ludovika: Susanna Panzner und Max: Thomas Bayer:
Zu beiden kann ich nicht viel sagen. Susanna hat mir gut gefallen, Thomas Bayer kam mir schon ein bisschen zu alt rüber.

Der kleine Rudolf: Valentin Teufel
Er sah höchstens aus wie 6 oder 7. Nach „Mama, wo bist du“ hat er den wohl stärksten Zwischenapplaus bekommen.

Ensemble
Ich liebe es! Elisabeth hat so viele tolle Ensembleszenen und die waren alle so hammergut! Das Orchester war auch toll. Ich mag es laut und rockig und powerful!
Im Ensemble ist mir leider nur Patrick Stamme aufgefallen und Lars (ist das der von ITDJ?). Esther Hehl hat mir diesmal auch besser gefallen, nur sagt sie immer noch "Erzherzoogin".

Leider war die Heimfahrt einfach nur schrecklich. Wir brauchten ungefähr eine Stunde um aus Frankfurt raus zu kommen und der Schnee erschwerte dann alles noch mehr. Die meiste Zeit 70 auf der Autobahn und zwischendrin sind wir sowieso Landstraße durch die Rhön gefahren. Ach ja, hinwärts hab ich übrigens 6 Bonifatius-plakate gezählt.
Wir haben für die Heimfahrt dann doppelt so lange gebraucht wie für die Hinfahrt. Ich weiß schon, warum ich keinen Schnee mag!