Evita, der Film by Alan Parker

 

Eigentlich würde dieser Post ja in zwei Kategorien passen, aber das ist ja eigentlich auch total egal.
Nachdem ich "Evita" live gesehen hatte, interessierte ich mich nun wirklich sehr für den Film mit Madonna und Antonio Banderas. Zum Glück gibt es Fernleihe und so konnte ich diesen Film heute morgen sehen und jetzt darüber schreiben:

EVITA
Ein Film von Alan Parker
Mit: Madonna, Antonio Banderas, Jonathan Pryce u.a.

Es kann jetzt gut sein, dass ich etwas sehr spoile, aber damit müsst ihr klar kommenemotion
Ich muss sagen, den Anfang des Filmes fand ich nicht ganz so gut. Ich mag keine zu langen Vorspänne und auch nicht, wenn man nicht weiß, was gerade los ist. Endlich hört man es nicht nur, sondern sieht es auch: ein Kino. Der dort gezeigte Film wird unterbrochen und der Tod von Eva Perón wird bekannt gegeben. Die darauf folgende Heulerei der Leute fand ich schon etwas sehr übertrieben geschauspielert. Mittendrin sitzt Antonio Banderas alias Ché und ich mochte ihn sofort. (ich muss dazu sagen, dass ich Herrn Banderas sowieso sehr mag.)
Kurz darauf wird man zurückgeschleust zu der Beerdigung von Evas Vater, zu der sie und ihre Familie damals nicht durften, weil sie aus der Unterschicht kamen und auch nicht seine legale Familie waren, was ich ziemlich gut fand, da dies im Musical auf der Bühne nur erwähnt wurde. Gleich danach ist man aber wieder bei Evitas Trauerfeier mit Gänsehaut bringender Musik. Allerdings habe ich mich gefragt, ob sie damals wirklich so ein prunkvolles Begräbnis hatte. Soweit ich weiß wurde sie erst viel später richtig beerdigt. Irgendwann wurde die Szene dann auch etwas sehr lang und ich war froh, als endlich "Oh, what a circus" losging. Antonio Banderas sah zwar in dieser Szene sehr stark danach aus, dass er bloß zu Playback sang (ist bei Filmen ja so, dass die das später im Studio aufnehmen), aber sein Gesang gefiel mir wirklich gut. Ich muss sagen, dass mir die Musik von Evita auch immer besser gefällt, je öfter ich sie höre. Vor allem auch die Texte auf Englisch waren interessant.
Dann ging es endlich richtig los. Ich mag Madonna nicht sonderlich und ich fand auch, dass sie zu alt für ein 15-jähriges Mädchen wirkte. Der Film ist von 1996, damals war Madonna ungefähr 38, also sogar 5 Jahre älter, als Evita, als sie starb. Vielleicht hätte mir eine andere Schauspielerin besser gefallen, allerdings mag ich die Person der Evita sowieso nicht so(auch wenn bei wikipedia ein total schönes Bild von der echten Eva Perón zu sehen ist) und so passte es auch mit Madonna. Ich musste keine Sympathie für sie empfinden. Sowieso muss ich noch herausfinden, was ich von Evita an sich (als Rolle im Musical) halten soll. Madonnas Stimme gefiel mir jedoch als junge Eva besser, als dann später.
Was mich dann wunderte, war, dass Evita "Another suitcase in another hall" sang, als sie von Magaldi (Jimmy Nail), den ich übrigens ziemlich schmächtig, aber auch irgendwie lustig fand, sozusagen verlassen wird. Ich finde dieses Lied gehört der Mistress von Perón und es ist auch unpassend, denn eigentlich hat doch Evita, das kleine berechnende Miststück (entschuldigung^^), Magaldi fallen lassen und die Männer reihenweise für sich ausgenutzt. Sollte man jetzt also gleich am Anfang mal Mitleid bekommen - ich weiß nicht, aber bei mir hat das nicht so geklappt. Die Mistress durfte dann nur noch 3 kleine Zeilen aus diesem Lied singen.
Wie auch immer, irgendwann wird Evita dann Peróns Geliebte und Ehefrau und irgendwann singt sie "Don't cry for me, Argentina" und ich kann dieses Lied absolut nicht ausstehen. Am meisten hasse ich diesen kleinen Zwitscherpart. Was soll diese Flöte da?!! emotionemotion .
Das Beste am Film ist sowieso der liebe Herr Banders als Ché. Seine Mimik ist cool und wie er überall auftaucht und kommentiert, gefällt mir ausgesprochen gut. Allerdings wuchs in mir der Wunsch Drew nochmal in dieser Rolle zu sehen, wo ich doch jetzt das Stück besser kenne. "Goodnight and thank you" war auch sehr gut, allerdings war es vom lieben Herrn Sarich stimmlich schon genialer.
Sehr gelungen fand ich auch das Ende, er und Perón stehen sich gegenüber an Evitas Sarg. Diese Blicke -echt super!

Insgesamt muss ich sagen, dass mir der Film sehr gefallen hat, auch wenn Madonna mitspielte. ^^ Es wurde mir fast nie langweilig und ich hatte nicht das Bedürfnis auszuschalten und später weiter zu sehen, wie es doch ab und zu bei mir vorkommt. Aufgefallen ist mir noch, dass dieses Mal kein Oxfordenglisch gesungen/gesprochen wurde, wie es bei den sonstigen Llyod Webber Filmen der Fall ist. Evita gefällt mir immer mehr und die DVD möchte ich jetzt auch gerne haben.

9.7.10 18:35

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL