Chris Murray ist ein kluger Mann - Interview in der BLiMu

 

Ich habe wirklich lange kein Interview mehr gelesen, das ich so gut fand, wie das von Chris Murray in der Blickpunkt Musical. So gut, dass ich sogar darüber blogge, weil er einfach so viel Wahres sagt, dass man als Musicalfreak total begeistert ist. Ich kann jetzt nicht das ganze Interview zitieren, aber einen Teil, der mir besonders gut gefallen hat:

"[...]Ich hasse Leute, die sich über ihr eigenes Genre lustig machen. Wenn wir, die wir Musicals machen, es nicht ernst nehmen, wer dann? Die Zuschauer kommen nicht, um zu sehen, wie doof das doch ist, was sie mögen. Leider treffe ich immer wieder Kollegen, die Musical eigentlich verachten. Dann heißt es: >Eigentlich bin ich ja Rock-/Popstar ... eigentlich mache ich ja Chanson.... eigentlich bin ich ja Schauspieler.... eigentlich bin ich ja was ganz anderes, als das, mit dem ich eigentlich mein Geld verdiene.<[...]"

Und das hat mir auch gut gefallen:

"[...] Es gab auch damals Kollegen, als ich meine Greatest Hist veröffentlichte, die mich fragten, warum ich Musicaltitel aufgenommen habe. Was sollte ich denn machen: Knef[.....]?"

( zitiert aus Blickpunkt Musical Ausgabe 50, Nr. 01/11, S. 35)

Ich finde er hat soo recht. Wozu wird man denn Musicaldarsteller, macht eine nicht gerade einfache Ausbildung, wenn man dann nicht mal dazu stehen will, was man ist. Das verschafft dem Musical in der Öffentlichkeit auch keinen besseren Ruf. Kein Opernsänger würde behaupten, dass er ja eigentlich etwas anderes ist. Warum dann nicht auch auf seinen Beruf als Musicaldarsteller stolz sein? Die leisten auch viel und oftmals hervorragende Leistungen.

Danke Chris Murray!

20.2.11 13:01

bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Maren (20.2.11 13:05)
Da hat er völlig recht finde ich!


Monika (20.2.11 13:10)
Ein Chris Murray Interview in der neuen BliMu? Das ist ja toll! Aber er hat wirklich Recht mit dem, was er da anspricht!


Franzi / Website (20.2.11 14:15)
Ich finde so eine Einstellung auch schrecklich. Kann ja auch sein, dass man Musical nur mal zum Übergang macht oder so, aber wenn man es so furchtbar und verachtenswürdig findet, gäbe es bestimmt noch andere Möglichkeiten. Ein ganz toller, seriöser Bürojob zum Beispiel!

Ganz ehrlich, wenn ich den Beruf, den ich mache, nicht machen will... dann kann ich es auch gleich lassen.