Cabaret; Meiningen; 01.05.2011

Cabaret Meiningen 01.05.2011, 15 Uhr, Volkshaus Meiningen

Das Theater in Meiningen wird gerade renoviert bzw. umgebaut, weswegen nun einige Produktionen in Ausweichquartieren aufgeführt werden. „Cabaret“ wird im Volkshaus aufgeführt. Am Anfang hatten wir uns da noch nichts bei gedacht, später stellte sich jedoch heraus, dass das Volkshaus eigentlich schon seit etlichen Jahren geschlossen ist, weil es sehr baufällig ist. Gut, da denkt man dann schon mal darüber nach…. Ein paar Tage vor der Vorstellung haben wir dann auch noch einen Anruf bekommen, dass wir nicht auf unseren Plätzen sitzen konnten – spätestens danach waren wir echt gespannt, wie baufällig das Haus denn nun wirklich war.

Im Volkshaus angekommen sind wir dann erstmal zur Kasse. Unsere Plätze waren immer noch Reihe 20, nur rechts statt links.
Ich versuche dann mal den Saal und die Bühne zu beschreiben, aber ich bin nicht sehr gut darin.^^
Also, der Saal sah schon heruntergekommen aus, was aber irgendwie auch super zu dem Stück passte. Es gab keine Saaltüren, sondern Vorhänge. Oben war die Decke mit einigen Metallstangen gestützt, worüber man nicht genauer nachdenken durfte. Die Sitzreihen waren aus unterschiedlichen Stühlen – am Rand waren sogar seitlich auch noch solche Kinositze, was ich irgendwie cool fand. Und es gab sogar Feuerwehrsitze.

Die Bühne bestand aus einer drehbaren Wand mit einer Tür, die abwechselnd zum Kit Kat Club, Cliffs Zimmer oder Herr Schultz‘ Gemüseladen gehörte. An den Seiten gab es jeweils nochmal Türen, außerdem gab es eine Wendeltreppe und ein alter Kinderwagen und sowas wie eine Bar standen auch rum. Während des ersten Stückes fiel Teile der „Wand“ ab und man hatte Blick auf die Band (einige der Musiker haben zwischendrin auch Matrosen gespielt).
Als Zeichen, dass es bald losgehe, wurde immer ein Stück aus „Willkommen“ (oder war es „Money makes the world go round“? – Ah, Gedächtnis!) gespielt – sehr schöner Einfall.
Es waren außerdem unglaublich viele Rentner da – da wurde man ganz kirre. Ich hätte ja nicht gedacht, dass das Stück von soo vielen älteren Leuten besucht wird. Eine Oma meinte in der Pause dann auch: „Ich hab gar nicht gewusst, dass das auch noch politisch wird.“ – Ja, was dachte sie denn worum es geht?

Confèrencier: Benjamin Krüger
Clifford Bradshaw: Florian Beyer
Sally Bowles: Maria Rosendorfsky
Ernst Ludwig: Harald Schröpfer
Fräulein Schneider: Rosemarie Blumenstein
Herr Schultz: Matthias Herold
Ein Junge: Lorenz Korbin
Kit Kat Girls/ diverse andere Rollen: Jannike Schubert, William Danne, Sandra Germann, Lilian Wilhelm, Kristin Baumgartl

Confèrencier: Benjamin Krüger:
LIEBE! Benjamin war eigentlich einer der Hauptgründe, dass ich „Cabaret“ sehen wollte. Als ich gehört habe, dass sie das Stück aufführen, habe ich mir gewünscht, dass er mitspielen würde, denn seit er Enjolras gespielt hat, weiß ich, dass er auch singen kann. Umso mehr hab ich mich dann noch gefreut, als ich gelesen habe, welche Rolle Benjamin spielt.
Und er war wirklich super. Er kann wirklich gut singen und seine Ausstrahlung ist so super (sein Oberkörper ist auch nicht zu verachten… *pfeif*). Wenn es mich auch sonst nicht so gestört hatte, wegen ihm hätte ich manchmal gerne weiter vorne gesessen um seine Mimik beobachten zu können, vor allem auch dann, wenn er gerade gar nichts groß gemacht hatte, sondern selber nur beobachtet hat.
Ich liebe solche Rollen, wie den Confèrencier sowieso – solche Beobachter und Kommentierer. Es war total toll, wie Benjamin in fast jeder Szene entweder um alle herumgeschlichen ist oder an der Seite saß/stand oder von oben zugesehen hat.
Eine Stelle, die ich besonders gut fand, war z.B. i n der Verlobungsfeierszene , als Frl. Kost gegenüber Ernst Ludwig, der schon die Nazibinde trug, erwähnt hat, dass Herr Schultz Jude ist – in dem Moment hat der Confèrencier mit den Finger geschnippst und es gab einen Lichtwechsel in grünes Licht.
Benjamin ist wirklich super – ich hab ihn bis jetzt in allen Stücken gesehen, die ich gesehen habe und ich möchte noch ganz viele Stücke mit ihm sehen.

Clifford Bradshaw: Florian Beyer
Der Herr "Brettscha" ^^Ihn mag ich auch immer sehr. Er ist irgendwie noch so ein bisschen knuffig. Super singen kann er jetzt wohl nicht, aber seine kleinen Parts hat er eigentlich gut gemacht. Und schauspielerisch war er sowieso super. Ich mag es, wie er spricht, auch wenn mich das an jemanden erinnert hat. Und er stand dieses Mal sogar auf einer Stufe meiner Lieblinge mit Benjamin Krüger.

Sally Bowles: Maria Rosendorfsky
Hab ich schon als Cosette gesehen.
Hm, also ehrlich, ich verstehe nicht so ganz, warum so viele immer unbedingt Sally Bowles spielen wollen. Ich fand sie gut, sie hat wirklich eine super Stimme. Ihr „Cabaret“ war super. „Maybe this time“ war am Anfang auch gut, aber am Ende fand ich es etwas langezogen, nicht ganz so schmissig wie beispielsweise die Glee-Version.
Meine Mutter meinte in der Pause, dass sich ihre Sprechtexte etwas aufgesagt anhörten, aber als ich im zweiten Akt dann mal darauf geachtet habe, war es nicht mehr so.

Fräulein Schneider & Herr Schultz: Rosemarie Blumenstein & Matthias Herold
Sie hat mir total leid getan, denn sie war sehr stark erkältet – so dass es sogar der Intendant vorher angekündigt hat. Und dann musste sie auch einiges singen, die Arme.
Beide zusammen waren schon süß, ich hätte sie zwar gerne noch schnuckeliger gefunden, aber dazu saß ich wohl zu weit weg.

Das Stück an sich fand ich gut – es war nicht so, dass es mich umgehauen hat und es hat auch nicht so die musikalischen Highlights, aber die gesamte Geschichte finde ich interessant. Gut gefallen hat mir auch, dass Cliff als Amerikaner am Anfang eben auch manchmal Englisch gesprochen hat.
Die Akustik war wohl nicht so gut (ich war mir nicht sicher, ob es nur an mir lag, weil mein eines Ohr gerade etwas Probleme macht), aber es war wohl allgemein hinten so. Ich hätte mir z.B. das gemeinsam gesungene „Willkommen“ etwas lauter und schmissiger vorgestellt.
Insgesamt bin ich froh, das Stück mal gesehen zu haben. Ich muss es mir vielleicht nicht gleich nochmal ansehen, aber es war auf jeden Fall gut.

8.5.11 18:27

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