Manchmal schaut man Filme um einen Schauspieler zu sehen und manchmal mag man die Filme dann

 

So geschehen letztens bei mir als ich diesen Film sah

"An Englishman in New York"
mit John Hurt, Denis O'Hare, Jonathan Tucker, Cynthia Nixon und Swoosie Kurtz

Ich wollte vor allem Jonathan Tucker in dem Film sehen, weil er einer meiner Lieblingsschauspieler ist. Aber zu ihm später, der Film hat mir nämlich auch so ziemlich gut gefallen.

Quentin Crisp ist Brite und sowas wie eine Schwulenikone. Durch einen Film auch in Amerika berühmt geworden, zieht es ihn in den frühen Achtzigern nach New York, dabei ist er schon in hohem Alter. Er hat dort immer wieder kleinere Auftritte und am Anfang sind alle von seiner Schlagfertigkeit begeistert. Es fällt jedoch auf, dass er eigentlich in so gar keine Schublade passt, denn er ist auch nicht "typisch schwul", vielmehr glaubt man es sofort, wenn er sagt, dass er noch nie jemanden wirklich geliebt hat. Quentin Crisp ist ein Phänomen für sich, er lebt seine eigene Lebensweise und ist damit wahrscheinlich auch glücklich. Ich finde John Hurts Darstellung wirklich ganz wunderbar, alleine seine Haltung so majestätisch und irgendwie auch british und einfach so passend. Am Anfang dachte ich noch, dass mich die Synchronstimme stören würde, aber das hat sich sehr bald gegeben.

Quentin schreibt zusammen mit Mr. Steele, der für eine Zeitung arbeitet, Filmkritiken und die beiden freunden sich an und besuchen sogar zusammen schwule Bars. Allerdings wird auch hier wieder deutlich, dass Quentin eigentlich gar nicht dahin passt. Irgendwann lässt die Begeisterung jedoch nach. Homosexuelle können nun mehr und mehr ihre Sexualität ausleben, aber das Problem Aids spielt auch eine immer größere Rolle. Dass Quentin Crisp sagt, Aids sei nur eine weitere Modeerscheinung, nehmen ihm viele übel, weshalb immer mehr Leute, vor allem auch Schwule, ihn mittlerweile für eine Enttäuschung halten.

Der Maler Patrick Angus jedoch bewundert ihn und möchte ihm seine Gemälde zeigen und Quentin beschließt ihm zu helfen eine Galerie dafür zu finden. Angus wird gespielt von Jonathan Tucker, dem Typ wegen dem ich den Film eigentlich sehen wollte. Und auch hier hat mir Mr. Tucker wieder gut gefallen, ich weiß gar nicht so genau, was ich so an ihm mag, aber er hat halt irgendwas. Vielleicht ist es ja seine Ausstrahlung oder wahrscheinlich sein schauspielerisches Können. Nur der komische Oberlippenbart hätte nicht unbedingt sein müssen. ^^

Eh ich hier noch die ganze Handlung verrate, höre ich lieber mit der Handlung auf und sage, dass bereits am Anfang des Filmes einige Zitate vorkamen, die ich echt toll fand. Der Film ist einfach gut gemacht und er behandelt ein Thema, dass auch heute nicht ganz unaktuell ist.
Es ist doch nicht wichtig, ob wir Mann oder Frau lieben, Hauptsache ist doch, dass wir überhaupt lieben können. Außerdem zeigt der Film, dass es dch egal ist, ob man als Ikone gefeiert wird, solange man sich selbst treu bleibt und nach seinen Überzeugungen handelt.

Und jetzt hab ich doch wirklich schon wieder dieses Lied im Kopf, deshalb jetzt alle: "Oh-ho,  I'm an alien, I'm a legal alien, I'm an Englishman in New Yoooork"

8.10.10 12:09

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